Obige Karikatur bezieht sich auf den "Rent a Ministerpräsident" Skandal, wo Rüttgers Parteigenossen (CDU) - in Rundschreiben an Unternehmer - vertrauliche Gespräche mit ihrem Ministerpräsidenten anboten. Für den Schnäppchenpreis von 6000 Euro. Näheres dazu findet ihr hier.
Was man dem immer ein wenig blass und verkniffen wirkenden Rüttgers gar nicht zutraut: Als Kind war er engagierter Pfadfinder. Später wechselte er dann in eine etwas zünftiger Kölner Studentenverbindung.
Politisch tat sich Rüttgers immer wieder mit provozierenden und umstrittenen Äußerungen hervor. So wurde von ihm die "Inder statt Kinder" - Parole geprägt, eine Empfehlung, lieber die Jugend auszubilden, als Ausländer per Greencard ins Land zu holen. In einem weiteren umstrittenen Zitat bezeichnete der das katholische Menschenbild (also seins) als "überlegen".
Allerdings hat sich Rüttgers auch immer wieder für soziale Themen engagiert, auch gegen seine Partei, oftmals solidarisch mit Partei-Außenseiter Heiner Geißler. So forderte er seine Partei auf, sich von "neoliberalen Lebenslügen" zu verabschieden, und veröffentlichte schließlich eine Streitschrift mit dem Thema "Die Marktwirtschaft muss sozial bleiben".
Politiker sind zwar nur das zweitälteste Gewerbe der Menschheit, aber dafür noch deutlich anrüchiger als das erste, das auch schon keinen besonders guten Ruf genießt.